THE ISTER: Introduction

Martin HeideggerAuf dem Höhenpunkt des Zweiten Weltkrieges verfasste der einflussreichste Philosoph des 20. Jahrhunderts eine Serie von Vorträgen über ein Gedicht über die Donau, geschrieben von einem der größten Dichter Deutschlands.

Der Philosoph war Martin Heidegger, der 1927 mit seinem Magnum Opus "Sein und Zeit" Weltruhm erlangt hatte. Heidegger unterstützte die Machtübernahme der Nationalsozialisten von 1933 und wurde Rektor der Universität in Freiburg. Seine Antrittsrede gipfelte in dem Ausruf "Heil Hitler!"

Nach einer Auseinandersetzung mit der Nazi-Bürokratie legte Heidegger das Rektorat 1934 nieder. Neun Jahre später, als Deutschlands Position im Krieg bereits schwächer wurde, lehrt Heidegger im Sommersemester über die Gedichte Friedrich Hölderlins. Er konzentrierte sich dabei auf ein Gedicht über die Donau, "Der Ister".

Heideggers Vorlesungen waren jedoch keine esoterischen Streifzüge durch die Welt der Poesie, sondern eine direkte Konfrontation mit dem politischen, kulturellen und militärischen Chaos, dem Deutschland und die Welt 1942 gegenüber standen. In seinen Vorträgen bezeichnete der Philosoph diese Zeit als die "Sternstunde unseres Anfangs" Das untersuchte Gedicht began mit den Zeilen:

Jetzt komme, Feuer!
Begierig sind wir
Zu schauen den Tag

Der Film "The Ister" greift auf seiner Reise von der Donaumündung in Rumänien zur Quelle im Schwarzwald einige der faszinierendsten Gedanken Heideggers auf. Obwohl Heidegger auch heute noch sehr kontrovers diskutiert wird, leben seine Gedanken doch in den Werken einiger großer zeitgenössischer Denker und Künstler fort. Vier von ihnen begleiten unsere Reise stromaufwärts: Philippe Lacoue-Labarthe, Jean-Luc Nancy, Bernard Stiegler und der Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg.

Die Donau windet sich durch die Ruinen des früheren Jugoslawien, durch Ungarn, wo geschäftig am Wiederaufbau des nationalen Mythos gearbeitet wird, und durch Deutschland, das in sich das Gespenst eines vergangenen und das Herz eines ungewissen neuen Europas vereint. Der Fluss selbst ist die Frage des Films.

Der Film stellt die Orte und Zeiten des Flusses direkt Heideggers Gedankengängen gegenüber und lädt den Zuschauer ein, sich mit den provokativsten Fragen zu beschäftigen, mit denen Europa heutzutage konfrontiert ist. Diese Fragen über Heimat und Orte, Kultur und Gedächtnis, Technologie und Ökologie, Politik und Krieg betreffen uns heute noch genauso wie Heidegger 1942.

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Translations kindly provided by

Goethe-Institut Melbourne